The House Of Unkinds Reviews

Musik Express/Sounds, April 1988
Gut abgehangener Düsterpop mit dominantem Rhythmus, dem sich die gesamte Band gefügig unterordnet und die Einfälle auf ein Minimum rediziert. Hypnotik der dumpfen Sorte, zum Lauthören und Mitstampfen.

Marabo, März 1988
Nach den ersten beiden Maxis »Divine Service« und »Bushman« nun die langerwartete erste LP des »schönen Geschlechts« (so die deutsche Ünbersetzung des Bandnamens. That’s all.) aus Essen. Neun Songs lang wird durch massiven Sequenzer-Output aggressiver Dancefloor erzeugt, ein dichter, aus endlosen Schleifen gewebter Rhythmusteppich, auf dem kreischende Girtarren und düstere Gesänge aufbauen.
Der oftmals an Cassandra Complex erinnernde Sound, jenes Cross-over von Synthie-Starre und Gitarrenpower, definiert die Struktur jedes Songs schon nach den ersten Takten; alle Variationen sind nun der Band überlassen, die gleichzeitig sich dem Sequenzer unterordnen und gegen ihn anspielen muß.
Daß The Fair Sex dabei keineswegs unhumorige Grufties sind, beweisen sie mit einer langen, selbstironischen Selbstdarstellung (»Who wants variation? Who wants intellectuality?«) auf dem Innencover. Tatsächlich kann auch eine Plattenkritik über sie nur zu dem Fazit kommen: Auflegen und Aufdrehen!
Julian v. Heyl

Vorankündigung Odeon/ Vierte Independent Night:
Die fünf Essener mit dem schönen Geschlechterkampf-Bandnamen The Fair Sex bezeichnen ihren maschinellen Frei-Stil selbst als »Electric Dancefloor« – und ich konnte mich unlängst bei einem ihrer feinen Konzerte in der (tanzenden) Zeche Bochum von der Tichtigkeit dieser Benennung überzeugen. Musikalisch verwandt mit ihren Labelkollegen Invisible Limits, enthält ihre beeindruckende Debüt-Single »Divine Service« im wesentlichen wirkungsmächtiges Sequenzer-Stakkato-Sperrfeuer, abgründige, sonore Schauergesänge, morbide Moll-Phantasien, feurige Gitarren und eine Menge diabolisch drängende Power – wahrlich ein vielverspechender Einstand! The Fair Sex beherrschen das einschlägige »Black Wave«-Vokabular ganz ausgezeichnet und können problemlos gegen die angloamerikanische Konkurrenz anstinken. Ihre eindrucksvoll-magische Bühnenpräsentation brachte ihnen zudem auf dem PRINZ-Nachwuchsfestival im Oktober ’86 den zweiten Platz ein. Schaurigschön! Shake your ass!

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