TFS reviews

…to be completed…

Gothicworld, September 2002

Nach der Vorabsingle „Lost Traces Of The Far Side“ war ich schon sehr gespannt auf das erste THE FAIR SEX -Album nach langen Jahren der Abstinenz (seit 1995). Und das knapp betitelte „TFS“ hat mich bestimmt auch nicht enttäuscht.
Allerdings braucht ich im Gegensatz der CDS schon eine Weile um mich in die schroffe Struktur des Albums einzugewöhnen. Hin- und hergerissen zwischem rauhem Industrialwave-Smashern und kantigem Oldschool-Gothic, so wie herzergreifenden Gefühlsausbrüchen das in bittersüssem Kindergesängen („Torrents Shift In The Haze“, „Blue Eternities“) seinen Höhepunkt findet, bietet das Essener Kultgestein (gegründet 1984) eigentlich alles was die dunkle Seele begehrt. Wer allerdings eingängige Tanztempel-Hits wie „Lost Trace“ von der Stange erwartet hat, könnte hier und da schon überfordert werden. Aber so sind sie eben und mit diesem Album beweisen THE FAIR SEX einmal mehr ihre Unberechenbarkeit, uns mit ihrem Ideenreichtum und Können in allen Gemütszuständen positiv zu überraschen.
TFS = nach wie vor KULT!!!
Meine persönlichen Anspieltipps:
„Failed Desaster“, „Torrents Shift In The Haze“, „Lost Trace“ (besonders auch der DAS ICH-Remix!)
Sir Ritchie 

LAUT, September 2002

Sieben ganze Jahre ist es her, dass The Fair Sex ein Album veröffentlichten, und ich war gespannt wie stark sich die siebenjährige Pause auf die Musik der Band ausgewirkt hat. Inzwischen hat sich in der Musikszene ja auch einiges verändert. Düstere elektronische Musik mit Gitarren zu mischen, ist nicht mehr so selten wie noch vor rund zehn Jahren. Und The Fair Sex dürfen sich zu Gute halten einen großen Schritt an dieser Entwicklung mitgetragen zu haben.

Nach dem erstem Anhören der neuen Scheibe wird klar, dass sie ihrer Linie auch 2003 treu geblieben sind. Die elektronischen Sounds stehen auf „TFS“ immer noch im Vordergrund, wobei diese sich natürlich der Zeit angepasst haben. Dies wirkt teilweise sehr gewöhnungsbedürftig und fast schon zu billig, wenn die Songs mit zu trance-lastigen Sounds durchsäht sind, was trotz des aggressiven Gesangs einen eher poppigen Eindruck hinterlässt.

Get Out Off My Head„, „Cold Heat Enclosed In Stone“ und „Failed Desaster“ hören sich daher sehr ähnlich an, obwohl die Lieder an sich trotzdem überzeugen können. Straight, melodiös und extrem tanzbar – wie man es von The Fair Sex eben kennt und erwartet. Das Songwriting scheinen sie noch voll drauf zu haben und schaffen es auf „TFS“, eingängige und gelungene Melodien zu kreieren.

„The Pallace Of The Bad“ und „The Now And Here“ kommen erfreulich zeitlos daher und zeigen, dass es auch heute noch möglich ist, dem alten Stil treu zu bleiben, ohne altbacken oder gar langweilig zu klingen. Aber es gibt auch schlechte Seiten an „TFS“. „Lost Trace„, die erste Singleauskopplung, klingt doch zu sehr nach Mainstream. Kitschig verzerrter Gesang trifft nette Pop-Melodie, das schmerzt.

Da hilft auch der Remix von Das Ich nicht viel, der sich auch noch völlig Das Ich untypisch harmlos gibt. Bei „Torrents Shift In The Haze“ wirkt die sieben-jährige „Allgera“ als Gastsängerin mit, die dem Lied einen zerbrechlichen und fast schon lieblichen Charakter gibt; wem’s gefällt … Die restlichen Lieder auf „TFS“ sind ruhiger. Einerseits kann ich nichts an ihnen aussetzen, andererseits fallen mir auch keine Besonderheiten an ihnen auf.

The Fair Sex haben den Spagat zwischen neu und alt geschafft, wobei sie auf „TFS“ teilweise sehr nah am Abgrund balancieren. Sie haben vor allem gekonnt da angeknüpft, wo sie vor sieben Jahren aufgehört haben.

Frank Gaspari

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